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Persönliches Budget: Was Ihnen an Geld zusteht

Aktiv werden, selbst bestimmen: Mit dem Persönlichen Budget werden Menschen mit Handicap zu Arbeitgebern und Entscheidern. Diese Art der Reha-Leistung ermöglicht es Ihnen einerseits, viel Selbstbewusstsein aufzubauen, andererseits aber auch die Unterstützung auszuwählen, die Ihnen am besten hilft. Darauf haben Sie ein Anrecht und so beantragen Sie es.

Was ist das Persönliche Budget?

Seit dem 1. Januar 2008 ist es ein verbindliches Gesetz: Statt Sachleistungen erhalten Menschen mit Handicap finanzielle Mittel, wenn ihnen das Persönliche Budget (PB) auf Antrag genehmigt wird. Das Geld oder auch selten entsprechende Gutscheine verwenden die Bezieher – die dann im besten Amtsdeutsch Budgetnehmer(in) heißen – für ihren individuellen Bedarf an Hilfe im täglichen Leben. Das PB gehört zu den Leistungen zur Teilhabe, die für behinderte bzw. von Behinderung bedrohte Menschen vorgesehen sind und ist im §17 SGB IX geregelt.

Vorteile und Nachteile des Persönlichen Budgets

Menschen mit einem Handicap wissen oft am besten, welche Leistung sie zur Unterstützung zu welchem Zeitpunkt brauchen. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wen sie wann damit beauftragen, stärkt das Selbstbewusstsein enorm.

Behinderte Menschen sind damit in der Lage, den „Einkauf“ der Leistungen eigenverantwortlich, selbständig und selbstbestimmt (oder auch mit Assistenz) regeln zu können; Sie werden Käufer, Kunden oder Arbeitgeber. Sie werden Experten in eigener Sache, wie es Dr. Harry Fuchs, einer der Verfasser des Sozialgesetzbuches IX, ausdrückt.

Der Weg ins Heim kann den Budgetnehmern in vielen Fällen erspart bleiben, weil sie die nötige Hilfe im Alltag erhalten, was sich positiv auf die Situation der Menschen auswirkt.

Besonders geeignet ist diese Sozialleistung für Menschen, die sonst mit mehreren Reha-Trägern zusammenarbeiten und dadurch viel mehr Bürokratie zu bewältigen haben. Beim persönliche Budget gibt es nur einen Ansprechpartner – auch wenn Sie Leistungen von mehreren Trägern erhalten.

Als nachteilig wird von einigen Leistungsempfängern der Verwaltungsaufwand empfunden, doch wie stets bei neuen Dingen: Hat man sich erst einmal “hineingefuchst”, ist ein Persönliches Budget recht einfach zu verwalten. Auch die Sorge, dass Leistungen gestrichen werden, ist nicht begründet. Weil man ja eben selbst entscheiden kann, welche Hilfe man sich mit dem Geld holt.

Gut zu wissen: Haben Sie Bedenken, dass das Persönliche Budget für Sie nicht das geeignete Mittel der Wahl ist, müssen Sie es nicht beantragen. Es beruht auf Freiwilligkeit!

Welche Leistungen umfasst es?

Gegliedert ist das Persönliche Budget in die Bereiche:

  • Medizinische Rehabilitation
  • Teilhabe am Arbeitsleben
  • Teilhabe am Leben in der Gesellschaft
  • Ergänzende Leistungen
  • Leistungen zur Pflege
  • Weitere Leistungen

Darunter fallen zum Beispiel:

  • Haushaltshilfe
  • Assistenz bei Arztbesuchen und Behördengängen
  • Assistenz bei Arbeit oder Ausbildung
  • Fahrdienste, zum Beispiel zu einer Therapie oder ins Kino
  • Hilfe bei der häuslichen Pflege

Tipp: Sind Sie aufgrund einer chronische Erkrankung oder eines Arbeitsunfalls nicht mehr in der Lage, Ihren gewohnten Alltag zu gestalten und auch den bisherigen Beruf auszuüben, könnte ein Umschulung für Sie sinnvoll sein.

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Wie hoch ist das Persönliche Budget?

Da es sich am individuellen Bedarf eines jeden Budgetnehmers orientiert, gibt es keine festen Sätze. Bis zu einer fünfstelligen Summe wurde schon Budgets genehmigt, dies stellt aber die Ausnahme dar. In der Regel liegt die bewilligte Summe zwischen 200 und 800 Euro im Monat.

Aber: Als Bezieher dürfen Sie nicht mehr Geld als vorher erwarten. Denn das Geld soll den Wert der bisher erbrachten, individuellen Sachleistung widerspiegeln und nicht übersteigen. Der Aufwand für Beratungen geht dabei auch noch vom PB ab.

Budgetfähig sind nur regelmäßige und wiederkehrende Bedarfe: Für einmalige Leistungen greift diese Hilfe nicht. Deswegen ist es möglich (und manchmal auch sehr sinnvoll), das PB nur für bestimmte Bereiche zu beantragen, in denen man Unterstützung wünscht, zum Beispiel nur zur Hilfe im Haushalt.

Wer darf das Persönliche Budget für Menschen mit Behinderung beantragen?

Alle Menschen, die mit einem Handicap zu kämpfen haben, können einen Antrag stellen: egal, ob

  • chronisch krank
  • durch einen Unfall körperlich schwerbehindert
  • Menschen mit psychatrischen Erkrankungen
  • Bewohner eines Pflegeheimes
  • Eltern für ein behindertes Kind usw.

Seit 2008 besteht auf Leistungen in Form des Persönlichen Budgets ein Rechtsanspruch. “Niemand wird wegen Art und Schwere seiner Behinderung oder wegen des Umfangs der von ihm benötigten Leistungen ausgegrenzt. Das Persönliche Budget steht allen offen”, so heißt es offiziell beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Ratsam ist es, sich vor dem Antrag gut von Fachleuten beraten zu lassen. Das funktioniert am besten und einfachsten über die Gemeinsamen Servicestellen, die Ihnen alle Fragen zur dieser Leistung beantworten sollten.

Denn so einfach es im Gesetz auch klingt – das PB ist noch immer ein Exot unter den Leistungen zur Teilhabe am Leben. In vielen Fällen kennen sich die für die Bewilligung zuständigen Verwaltungsmitarbeiter nicht sicher damit aus. Dann kommt es zur Ablehnung oder zur nervenaufreibenden Verzögerung, weil noch Details zu klären sind.

Für die Antragsteller eine kaum zu ertragende Situation: Jeder weiß, mit einem Handicap zu leben, ist eine große finanzielle Belastung. Und wenn regelmäßig kein Geld fließt, wird es schwierig den Alltag aufrecht zu erhalten.

Wo muss der Antrag dafür gestellt werden?

Anträge auf Persönliche Budgets können bei folgenden Leistungsträgern gestellt werden:

  • Gemeinsame Servicestelle
  • Krankenkasse
  • Pflegekasse
  • Rentenversicherung
  • Unfallversicherung
  • Träger der Alterssicherung der Landwirte
  • Träger der Kriegsopferversorgung/-fürsorge
  • Öffentliche Jugendhilfeträger
  • Sozialhilfeträger
  • Integrationsamt
  • Bundesagentur für Arbeit.

Alle diese Träger sind verpflichtet, Sie zum Thema Persönliches Budget zu beraten. Wenn Sie alle Daten zur Hand haben und sicher Ihre Ansprechpartner kennen, können Sie den Antrag auch ganz einfach online stellen, zum Beispiel bei der Rentenversicherung.

Darüber hinaus können auch Anträge bei den Gemeinsamen Servicestellen gestellt werden. Hier ergibt sich der Vorteil, dass diese Stellen sich wohl am besten mit dem Verfahren und den Möglichkeiten des Persönlichen Budgets auskennen. Sie erhalten dort auch Hilfe, wenn Sie Fragen zum Antrag und zur Verteilung des PB haben.

Was ist das trägerübergreifende Persönliche Budget?

Erlaubt ist sowohl ein „einfaches“ Persönliches Budget bei nur einem einzigen Leistungsträger als auch ein trägerübergreifendes Persönliches Budget, bei dem zwei oder mehr Leistungsträger involviert sind, die ganz unterschiedliche Unterstützung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder für die Rehabilitation leisten.

Diese werden in einem Budget zusammengefasst, und es gibt für den Budgetnehmer auch nur einen Ansprechpartner, der alles für Sie organisiert. In der Regel ist das der Leistungsträger, bei dem Sie den Erstantrag gestellt haben.

Was passiert nach dem Antrag?

Der Antragsteller nimmt Kontakt mit allen beteiligten Leistungsträgern auf, die Preise und Bedarfe für den behinderten Menschen ermitteln müssen. Zudem ist eine Zielvereinbarung gefordert, die mit der Stellungnahme der Träger beim Beauftragten (dem Leistungsträger, dem der Antrag vorliegt) eingeht. Dafür gibt es eine Frist von zwei Wochen.

Es schließt sich ein Beratungsgespräch an, in dem geklärt wird, ob die Angebote der Leistungsträger mit den Wünschen des Antragstellers übereinstimmen. Zudem wird die genannte Zielvereinbarung getroffen, um auch wirklich verfolgen zu können, ob die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erreicht wird. Die Nachweise darüber sind zwar schriftlich zu führen, aber ein kompliziertes Verfahren dazu ist nicht notwendig. Es gilt das Motto: “So viel wie nötig, so wenig wie möglich!”

Die Zielvereinbarung sollte die folgende Fragen beinhalten:

  • Welche individuellen Förder- und Leistungsziele sollen durch das Persönliche Budget erreicht werden?
  • Muss die Verwendung der Mittel nachgewiesen werden? Wenn ja, wie? Wie wird überprüft, ob die bereitgestellten Mittel zur Deckung des individuellen Bedarfs ausreichen?
  • Welche Maßnahmen zur Qualitätssicherung werden getroffen?

Sind sowohl Beauftragter als auch Antragsteller mit der Vereinbarung zufrieden, kann der Bewilligungungsbescheid erfolgen, in dem all die besprochen Punkte vertraglich festgelegt sind. Ein Budget wird meist für zwei Jahre genehmigt.

Möchten Sie in das PB wechseln, weil Sie einen erhöhten Leistungsbedarf haben, dann sollten Sie Ihren Leistungsträger oder Ihre zuständige Gemeinsame Servicestelle informieren.

Wo kann ich weitere Fragen zum Persönlichen Budget stellen?

Kompetente Beratung gibt es über das

  • Bürgertelefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales unter 01805 676715
  • bundesweite Beratungstelefon der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben e.V. unter 01805 474712
  • auf der Webseite www.budget.bmas.de

Fazit

Eine noch relativ neue Leistung im Bereich der Reha-Maßnahmen ist das Persönliche Budget: statt Sachleistungen gibt es dabei Geld. Jeder Mensch mit einem Handicap hat das Recht, bei einem Leistungsträger seine Leistungen zur Teilhabe auch als Persönliches Budget zu beantragen. Er verwaltet das Geld dann selbst, mit dem er exakt die benötigten Leistungen zum gewünschten Zeitpunkt einkauft, der für ihn ideal ist.

Das Persönliche Budget ist noch ein Exot und wird auch häufig aus Unkenntnis nicht vergeben. Wenn Sie sich dafür interessieren, ist es sinnvoll, sich im ersten Schritt an Ihre örtlich zuständige Gemeinsame Servicestelle zu wenden, um zu klären, wie man vorgehen kann, um die finanziellen Mittel zu erhalten.

Das Persönliche Budget kann Ihnen auch helfen, wenn Sie nach einem Unfall behindert sind. Wir von Handicapauto unterstützen Sie, wenn Sie Umrüstungen an Ihrem Auto benötigen, um weiter aktiv am Leben teilhaben zu können. Sprechen Sie uns einfach an oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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